WDR Lokalzeit Bergisch Land

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In der Anmoderation zu dem dreiminütigen Beitrag „Moderner Pop statt Volksmusik: Bergische Chöre im Umbruch“ wird es mehr als deutlich:

„Moderner Pop statt Volksmusik: Bergische Chöre im Umbruch“

„Aber mal ehrlich, dass Image in den Chören ist ziemlich verstaubt und junge Menschen wollen da nicht wirklich nachrücken!“


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Genau aus diesem Grund haben wir uns zum Jahresanfang 2013 zu diesem Schritt der Neustrukturierung entschlossen:

Mit schon großem Erfolg für diese kurze Zeit, wie man auf dem nebenstehenden Bild sehen kann. Erste junge Menschen kommen neugierig donnerstags in die Probe.

Unsere „Ladies“ haben sich bereits mit einem Durchschnittsalter von 32 Jahren etabliert. Hierüber werden die Leser dieser Website in der nächsten Zeit näheres erfahren. Schon jetzt, nach erst zwei Monaten, ist das ein grandioser Erfolg unserer Neustrukturierung.

Positivste Erfahrungswerte zu diesem Nachwuchskonzept „Mein Chor im Jahre 2020“ gibt es seit einigen Jahren bereits landesweit in Nordrhein-Westfalen, beispielsweise Cantare Moers-Repelen. Hier ist diese Holding bereits zu einer Marke geworden mit ständig wachsenden Mitgliederzahlen.
Heute ist Cantare in der Lage jährlich 6 musikalisch unterschiedlichste eigene Konzerte einer breiten Bevölkerung anzubieten. Somit ist diese Holding ständig in der Öffentlichkeit präsent. Wundert es da, dass diese Konzerte aus Eigeninteresse der Besucher dann ausverkauft sind?


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Andererseits sieht man in den Verbänden ( Studiogespräch mit Andreas Imgrund, Kreissängervereinigung Solingen ) die Vorsicht, die Ratlosigkeit und den fehlenden Mut neue Wege gehen zu wollen.

Bestandspflege, Ideenlosigkeit, Beibehaltung alter Strukturen und Formen, Erinnerungen an die Vergangenheit sind nicht die Instrumente, die eine tradierte Chorgemeinschaft auf Jahre hinaus zukunftsfähig machen. Den „Istzustand“, nämlich der fehlende Nachwuchs in unseren Chorgemeinschaften, haben uns die vorher genannten Attribute beschert. Auch in noch großen Chören tickt die biologische Uhr!!!! Im Klartext bedeutet das, dass wir von Verbänden und Institutionen keine bzw. nur wenig Hilfe zu erwarten haben.

Die Frage, die sich Herr Imgrund stellen sollte ist doch die:

Wie viele Chöre haben zum Jahresbeginn bzw. im vergangenen Jahr ihre Aktivitäten eingestellt und wie viele Chöre haben sich durch Fusionen mit anderen Chören aus Gründen der Überalterung und der fehlenden Mitglieder zusammengeschlossen, um überhaupt noch singen zu können?

Hier können wir zahlreiche Beispiele nicht nur aus unserem näheren Umfeld nennen! Etwas schön zu reden nutzt hier wenig. Auch der Hinweis auf viele neue und junge Chöre in NRW hilft den in Not geratenen nicht. Offensichtlich will man die Zeichen der Zeit nicht erkennen!

Recht hat er mit dem Bemerken, dass es gut ist, wenn Chöre etwas verändern wollen. Doch leider widerspricht er sich in diesem Interview häufiger, was von einer vorhandenen Ratlosigkeit zeugt. Ein Chor, der viele Länder dieser Erde bereist und dabei viele Freunde gefunden hat, hat Problem mit der Fremdsprachigkeit? Soll man den Hinweis auf viele neue und junge Chöre so verstehen, dass man die alten Chöre sterben lassen will, weil man ihnen keinen Rat mehr anbieten kann? Ist das die Intention seiner Sängerkreisvereinigung Solingen oder gar des Chorverbandes NRW, in dessen Namen er auch sprach? Aber sicher hofft er auf die Lösung von oben nach dem kölschen Motto: „Et hätt noch immer jot jejange!“ Leider zeigt die Realität, wie vorher beschrieben ein anderes Bild, die diese Zuversicht nicht untermauert!


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Für uns ist und bleibt es spannend. Wir haben nichts zu verlieren und können durch unseren neu begonnenen Weg nur gewinnen. Es ist der Weg der tausend kleinen Schritte in Richtung Zukunft; doch die ersten sehr erfolgreichen Schritte, die wir bereits gegangen sind, machen uns Mut und motivieren uns den beschrittenen Pfad weiter zu gehen.

Die Arbeitsergebnisse unserer „vokalen Holding“ werden wir, der „Frohsinn Heiligenhaus“, während der Neujahrsshow 2014 vorstellen und zwar hier in Heiligenhaus. Vielleicht erkennt Herr Imgrund dann, das etwas in der Chorszene, auch in seiner Kreissängervereinigung Solingen (welch eine Bezeichnung für junge Menschen), verändert werden muss!

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2 Kommentare zu “WDR Lokalzeit Bergisch Land

  1. Lukas Merschien schrieb am :

    Ich singe auch in einem Männerchor in Süddeutschland. Seit Jahren lese ich die hoch interessanten Newsletter eures Chorleiters. Mit seinen Ideen und seiner ehrlichen Betrachtung der allgemeinen Chorszene, öffnet er, für alle die es wollen, Türen in Richtung Zukunft! Leider sieht man immer wieder, wie auch im Beitrag des WDR, wie altbacken Verbände und Dachverbände denken und handeln. Außer inhaltslosem und widersprüchlichem Gerede bleibt nichts für unsere Chöre über. Es sind einfach nur Seifenblasen, die ganz schnell zerplatzen.
    Lasst euch nicht von dem Begonnenen abbringen. Der Weg ist richtig. Kämpft weiter um jeden Erfolg, der noch vor euch liegen wird. Es ist schade, dass ich so weit von euch entfernt bin.
    Grüße aus Süddeutschland
    Euer Lukas.

  2. Peter Klein schrieb am :

    Sowohl der Beitrag des WDR als auch der vorstehende Artikel spiegeln viel Wahrheit. Wer anderes behaupten will, gibt nicht die tatsächlichen Verhältnisse wieder. Die Dachverbände der Chöre wurde hier nicht gut repräsentiert. Ich wünsche dem Frohsinn auch weiterhin viel Erfolg in seinen Vorhaben.